Rosazea (Knollennase/ Rhinophym) in der Kunstgeschichte

Couperose und Rosazea

 

Couperose-/ Rosazea-Symptome: Rötungen im Gesicht

Viele Patienten, die an deutlich sichtbaren Rötungen im Gesicht leiden, sehe ich in meiner Hautarztpraxis in Mainz. Oft werden diese Rötungen durch erweiterte Blutgefäße verursacht. Die Auslöser dieser Symptome sind vielfältig:

  • Aufregung,
  • Aufenthalt in warmen Räumen, insbesondere Sauna-Besuche,
  • schon der Genuß kleiner Mengen Alkohol oder
  • der Genuss bestimmter Lebensmittel/ scharfes Essen

Das Ergebnis ist immer das gleiche: das Gesicht „blüht“. Diese lästigen Rötungen lassen sich durch das Meiden der Auslöser leider nur begrenzt kontrollieren; immer wieder kommt es daher zu neuen Schüben. Letztendlich führt die Erkrankung zu einer bleibenden und deutlich sichtbaren Rötung.

Die Haut reagiert sehr empfindlich auf äußere Reize. Brennen, Jucken oder Stechen sind die Folge. Zudem kommt es zu akneähnlichen Pickeln, Pusteln und Knoten, die über Wochen und Monate sichtbar sind.

 

Die Erkrankung: Couperose, Rosazea

Die Couperose ist eine anlagebedingte Gefäßerweiterung (Teleangiektasie) im Bereich des Gesichts. Die Couperose tritt meist ab dem 30. Lebensjahr als Frühform der Rosazea (manchmal auch Kupferrose genannt) auf. Häufig werden beide Begriffe (Couperose, Rosazea) auch synonym gebraucht. Couperose beschreibt eigentlich nur das erste Stadium der Erkrankung Rosazea (sogenanntes erythematös-teleangiektatisches Stadium).

Zunächst entsteht lediglich eine vorübergehende Rötung – vor allem auf der Nase und den Wangen. Treten diese Rötungen mehrfach auf, bleiben sie jedoch infolge einer Stauung in den Kapillargefäßen länger bestehen. Resultat dieser Stauungen ist dann eine bleibende Gefäßerweiterung. Es kann sogar zu einer Neubildung von Gefäßen durch Austülpungen und Verzweigungen der betroffenen Gefäße kommen. Die neuen Gefäße sind dann stärker durchlässig und weniger elastisch. So erklären sich die bleibenden Rötungen, die starke Ausprägung des Gefäßnetzes und der Austritt von Blut in das umliegende Gewebe.

Dominiert ein hellroter Farbton spricht man von Teleangiektasien, dann sind die arteriellen Gefäße betroffen. Hat die Haut eine bläuliche Färbung, spricht man von Venektasien, da dann die venösen Gefäße betroffen sind. Auch Mischformen sind möglich.

Die drei Stadien der Rosazea
Grad I vorübergehende oder bleibende Rötungen durch Gefäßerweiterungen (Couperose)
Grad II akneähnliche Entzündungen mit Knötchen, Pusteln oder großen Knoten
Grad III Talgdrüsenvergrößerungen im gesamten Gesicht, vor allem an der Nase (Knollennase, Rhinophym)

Die Knollennase/ das Rhinophym als Ausprägung der Grad III Rosazea taucht bereits 1488 in der Kunstgeschichte auf, wie das Beitragsbild zeigt. Auf dem Bild allerdings ohne die charakteristische Rötung, die der Maler Domenico Ghirlandaio, nicht dokumentiert hat.

 

Erkrankung mit starker psychischer Belastung

Rosazea wird von vielen Betroffenen als starke psychische Belastung wahrgenommen: Vielfach werden die Symptome der Rosazea von der sozialen Umwelt mit einem erhöhten Alkoholkonsum assoziiert. Dies kann zu einer sozialen Stigmatisierung und Ausgrenzung führen. Die Erkrankung kann daher stark das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Gerade auch wegen der erheblichen psychischen Belastungen einer voll ausgebildeten Rosazea rate ich dringend dazu, bereits im frühen Couperose-Stadium (vorübergehende oder bleibende Rötungen durch Gefäßerweiterungen) einen Dermatologen aufzusuchen und mit der Behandlung zu beginnen.

 

Was kann man tun?

Lassen Sie die Rötungen frühzeitig von einem Dermatologen untersuchen und behandeln. Manchmal reichen einfache Maßnahmen, wie das Vermeiden der Auslöser, wie Saunabesuche, Sonne, starke Temperaturschwankungen, Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee oder scharfes Essen. Auch behutsame und milde Pflegemaßnahmen oder spezielle Massagetechniken können helfen. Oft sind jedoch zusätzliche Behandlungen erforderlich.

 

Die Behandlung

Reichen reichen einfache Maßnahmen, wie das Vermeiden der Auslöser nicht aus, empfehle ich meinen Patienten je nach konkretem Hautbild:

  • eine medizinisch-kosmetische Behandlung,
  • eine Laser- oder IPL-Behandlung,
  • eine Kombination aus Laser-/IPL- und Kosmetik-Behandlung.

 

Medizinische Kosmetik

Eine Behandlung in der Medizinischen Kosmetik umfasst je nach konkreter Ausprägung der Erkrankung:

  • Pflegeumstellung auf jeweils geeignete und individuell angepasste Cremes und Pflegeprodukte auf Basis einer computergestützten Hautanalyse.
  • fachgerechte Tiefenreinigung,
  • Mikrodermabrasion,
  • gezielte Lymphdrainage,

 

IPL- und Laser-Behandlung

Die Rötungen, die durch durchscheinenden Äderchen aufgrund einer bleibenden Gefäßerweiterung verursacht werden, können nur durch eine Laser- oder IPL-Behandlung beseitigt werden. Mit modernsten Technologien verschließe und entfärbe ich gezielt die betroffenen Gefäße. Durch die Verödung gehen die Rötungen zurück und das Gesicht erhält seinen natürlichen Teint zurück. Üblicherweise sind vier bis acht Sitzungen im Abstand von jeweils vier Wochen erforderlich. Die Laserbehandlung ist in der Regel schmerzarm, so dass keine Betäubung erforderlich ist.

Für diffuse, flächige Rötungen verwende ich dabei hochenergetisches Blitzlicht (IPL). Für einzelne, große Teleangiektasien, Blutschwämmchen oder entzündliche, gerötete Knoten verwende ich einen gepulsten Farbstofflaser (Diodenlaser).

 

Durch die gezielte Behandlung der Couperose bzw. Rosazea (Medinzinische Kosmetik, Laser-/ IPL-Behandlung oder Kombination der beiden Behandlungsformen) kann die Verordnung von innerlichen Medikamenten häufig vermieden werden.

 

Quelle des Bildes:

Domenico Ghirlandaio (1449-1494):  Großvater und Enkel (1488)
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