Borreliose/ FSME durch Zeckenstich

Zecken – was Sie zu den Themen Zeckenstich/ Zeckenbiss/ Borreliose und FSME wissen müssen

Die gefährlichsten Tiere Deutschlands sind wieder unterwegs und auf der Suche nach Opfern: Zecken.

In diesem Blog-Beitrag geht es um folgende Fragen:

  • Weshalb sind Zecken so gefährlich?
  • Sind alle Zecken gefährlich?
  • Wo und wann lauern auf ihre Opfer?
  • Wie schützen Sie sich vor Zecken?
  • Wie entfernen Sie Zecken?

Im nächsten Blog-Beitrag erfahren Sie mehr dazu, wie Sie eine mögliche Infektion mit Bordellen oder FSME erkennen können.

 

Weshalb sind Zecken so gefährlich?

Zecken können eine Vielzahl von Krankheitserregern, also Bakterien und Viren übertragen. Die wichtigsten sind:

  • Borrelien, also Bakterien, welche die Lyme Borreliose auslösen.
  • FSME-Viren, welche die Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen.

Zecken sind – sobald die Temperaturen steigen – in der Natur allgegenwärtig. Ob Sie als Hobbygärtner im Garten unterwegs sind, als Wanderer Wälder und Wiesen durchstreifen, an einer lauschigen Stelle am Rheinufer entspannen oder als Kind im Gras spielen –  es besteht das Risiko, dass das gefährlichste Tier Deutschlands Sie als Beute erkennt und gnadenlos zusticht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ca. 3 Prozent der 3- bis 6-Jährigen und 7 Prozent der 14- bis 17-Jährigen mindestens einmal von einer mit Borrelien infizierten Zecke gestochen werden.

 

Sind alle Zecken gefährlich?

Es gibt unterschiedlichste Zeckenarten. Nicht alle können für den Menschen gefährlich werden. Eine mögliche Gefahr stellt vor allem der sogenannte Gemeine Holzbock dar, da er beide Infektionen (Borreliose und FSME) übertragen kann.

Borreliose

Wenn eine Zecke Sie gestochen hat, bedeutet das nicht, dass Sie auf jeden Fall auch mit Borrelien infiziert wurden. Die guten Nachrichten sind:

  • nicht jede Zecke ist Träger von Borrelien – sondern nur 5 bis 30 Prozent der Zecken,
  • nicht jeder Stich einer Zecke, die Borrelien übertragen kann, führt tatsächlich zu einer Infektion – sondern nur bei ca. 6,6 Prozent der gestochenen Menschen und
  • nicht jede Infektion führt zur Erkrankung – sondern nur 0,3 bis 1,4 Prozent der Infizierten zeigen Symptome der Borreliose.

Dennoch ist die Gefahr an Borreliose zu erkranken, nicht zu unterschätzen: Schätzungen zufolge beträgt die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Deutschland immerhin zwischen 80.000 und 240.000.

FSME

FSME ist nicht in ganz Deutschland verbreitet. Jährlich werden die aktuellen FSME-Risikogebiete veröffentlicht. Auch hier gibt es gute Nachrichten :

  • selbst in den FSME-Risikogebieten ist nicht jede Zecke von FSME-Viren befallen – sondern nur 0,1 bis 5 Prozent der Zecken,
  • nicht jeder Stich einer Zecke, die FSME-Viren übertragen kann, führt tatsächlich zu einer Infektion – sonder nur bei 3,3 Prozent der gestochenen Menschen kommt es zu einem Ausbruch von FSME,
  • nicht jede Infektion führt zur Erkrankung – sondern nur bei 30 bis 40 Prozent der Infizierten bricht die Erkrankung aus.

 

Wo und wann lauern auf ihre Opfer?

Zecken sind hauptsächlich in der warmen Jahreszeit – von März bis Oktober aktiv. Ab einer Temperatur von etwa 8 Grad Celsius werden sie aktiv, d.h. dass sie ab dem Frühjahr aber auch in warmen Wintern ihre Opfer suchen. Gefährlich ist es aber vor allem im späten Frühjahr und im Sommer, wenn ihre Opfer kurze Bekleidung tragen.

Zecken kommen praktisch überall vor, wo es auch Pflanzen gibt. D.h. auch in Gärten oder Parks. Der sogenannte Gemeine Holzbock, also die Zeckenart, die für den Menschen gefährlich werden kann, verbringt die meiste Zeit im feuchten Laub. Wenn er sich auf die Lauer legen will, klettert der Gemeine Holzbock nach oben auf einen Grashalm, ein Gebüsch oder herumliegendes Totholz. Zecken lassen sich nicht, auch wenn sich dieses Vorurteil hält, von Bäumen fallen, sie können auch nicht springen. Die meisten Zecken warten in einer Höhe von weniger als einem Meter, häufig sogar nur zwischen 10 und 50 cm über dem BodenEr ist jedoch niemals auf Zweigen oder Blättern von Bäumen zu finden – dass er sich auf sein Opfer fallen lässt, ist ein Gerücht. Sobald ein Opfer die Zecke streift, hält die Zecke sich mit den Krallen an ihren Vorderbeinen fest.

Dann macht sie sich auf dem Opfer auf die Suche nach einer gut durchbluteten und möglichst lichtgeschützten Hautstelle, um sich dort dann festzusaugen. Die Einstichstelle ist für das Überleben der Zecke von hoher Bedeutung (sie braucht eine geschützte Stelle, wo sie nicht so leicht gefunden oder herausgerissen wird). Daher sticht sie nicht sofort zu, wenn sie auf der Haut angelangt ist. Stattdessen krabbelt sie für längere Zeit auf dem Körper umher um eine geeignete Stichstelle zu finden. Diese Suche kann bis zu einer Stunde oder sogar noch länger dauern.

Zecken suchen sich beim Menschen oft den Kopf (Haaransatz, Ohren) aber auch andere geschützte Stellen, z.B. Hals, Achseln, Ellenbeuge, Kniekehle, Bauchnabel oder Genitalbereich als Einstichstelle aus. Auch Stellen unter eng anliegender Kleidung, beispielsweise den Hüftbereich, wo die Hose aufliegt oder eine Stelle unter dem Uhrarmband werden von Zecken zum Einstich genutzt.

 

Wie schützen Sie sich vor Zecken?

Drei Schutzmaßnahmen sind wichtig:

  • schützende Kleidung
  • die Verwendung von Repellentien
  • gezieltes Absuchen des Körpers
Schützende Kleidung

Halten Sie sich im hohen Gras, im Gebüsch oder im Unterholz auf, ist es wichtig, dass Sie geschlossene Kleidung (also feste Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel) tragen. Auf diese Art und Weise wird es einer Zecke erschwert, eine geeignete Hautstelle für den Einstich zu finden. Stecken Sie Ihre Hosenbeine in die Socken, dann ist die Zecke gezwungen, auf der Kleidung nach oben zu krabbeln, dabei besteht die Chance, dass die Zecke rechtzeitig entdeckt werden kann. Am besten tragen Sie helle Kleidung, auf dieser können Sie die dunklen Zecken besser erkennen.

 

Verwendung von Repellentien

Wenn Sie geeignete Repellentien (Akarizide) auf die Haut auftragen, wehrt dies – zeitlich begrenzt – Zecken ab. Lassen Sie sich in der Apotheke oder der Drogerie beraten, viele Repellentien bieten heute einen kombinierten Schutz gegen Stechmücken und Zecken. Sofern die Repellentien keine Flecken auf der Kleidung hinterlassen, tragen Sie diese am besten nicht nur auf die Haut sondern auch auf die Kleidung auf.

 

Absuchen des Körpers

Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden und diese sofort entfernt werden. Insbesondere sollte man Kinder nach dem Spielen im Freien gründlich untersuchen. Zecken bevorzugen Stichstellen wie zum Beispiel Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehle. Vergessen Sie aber auch nicht Stellen, wie unter dem Uhrarmband oder an der Hüfte, wo die Hose anliegt. Wenn Sie helle Kleidung tragen, erleichtert Ihnen dies, Zecken auf der Kleidung zu finden.

 

Wie entfernen Sie Zecken?

Idealerweise entfernen Sie die Zecken noch auf der Kleidung also noch bevor ein Einstich erfolgt ist. Da die Übertragung von FSME-Viren schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich erfolgt, ist dies besonders wichtig, um eine FSME-Infektion zu verhindern.

Ist der Einstich bereits erfolgt, kann die frühe Entfernung der Zecke immerhin noch das Risiko einer Infektion mit Borrelien erheblich vermindern, denn nach einem Einstich dauert es bis zu 2 Tagen, bis Borrelien übertragen werden.

Daher gilt: Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollte die Zecke schnellst möglich herausgezogen werden. Um eine Entzündung zu vermeiden, sollten möglichst alle Teile der Zecke entfernt werden.

Greifen Sie dazu die Zecke mit einer Pinzette oder noch besser mit einem speziellen Zeckenentfernungsinstrument nahe der Hautoberfläche und ziehen Sie sie langsam und gerade aus der Haut. Es ist wichtig, die Zecke möglichst nahe an der Hautoberfläche also an ihren Mundwerkzeugen (niemals am vollgesogenen Körper!) zu erwischen. Ganz vorsichtiges hin- und herdrehen oder vorsichtiges rütteln kann das Herausziehen ggf. erleichtern.

Vermeiden Sie auf jeden Fall, die Zecke dabei ganz herauszudrehen. Nutzen Sie auf keinen Fall Hausmittel wie das Beträufeln mit Öl oder Klebstoff. Damit würden Sie das Tier unnötig reizen, was die Wahrscheinlich erhöht, dass es seinen Speichel und somit mögliche Infektionserreger abgibt. Nach Entfernung der Zecke sollte die Wunde sorgfältig desinfiziert und auf Überreste der Zecke untersucht werden. Sollten “Zeckenreste” in der Wunde zurückgeblieben sein, handelt es sich um den Stechrüssel der Zecke. Dieser sollte durch einen Arzt entfernt werden.

Falls Sie kein Zeckenentfernungsinstrument oder Desinfektionsmittel zur Hand haben, sollten Sie die Zecke trotzdem sofort entfernen (z.B. mit dem Fingernagel), da Sie so den Übergang von Krankheitserregern verhindern können.

Wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, erklärt sehr schön anhand von Bildern das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die bebilderte Anleitung finden Sie hier.

 

Im nächsten Blog-Beitrag erfahren Sie mehr zum Thema FSME und Borreliose, zum Beispiel wie Sie eine mögliche Infektion mit Borrelien oder FSME erkennen können.

 

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