Hautarzt Dr. Kirschner Mainz

Wiederkehrende Abszesse im Intimbereich

 

Wiederkehrende Abszesse im Intimbereich – Was Sie unbedingt wissen sollten

 

Was ist ein Abszess?

Ein Abszess ist eine örtlich umgrenzte, abgekapselte Eiteransammlung, die in der Regel durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wird.

Fast jeder Mensch hat in seinem Leben einmal einen Abszess. Abszesse sind mit erheblichen Schmerzen verbunden. Das betroffene Gewebe schwillt an und ist gerötet. Oftmals kann man auch eine bläuliche Verfärbung des Gewebes erkennen.

Typische Entzündungszeichen, die auch Abszesse aufweisen, sind Schmerz, Erwärmung, Rötung, Schwellung und Funktionseinschränkungen der betroffenen Körperstellen.

Abszesse werden zunächst mit Zugsalben und/oder Antibiotika behandelt. Gegebenenfalls ist auch eine chirurgische Behandlung, eine Spaltung, notwendig, um den Sekretabfluss herbeizuführen. Es kommt auch vor, dass der Körper selbst einen Gang schafft, aus dem das Sekret nach außen abfließen kann. Diese Gänge heißen Fisteln.

 

Prognose bei Abzessen

Wenn ein Abszess rechtzeitig erkannt und behandelt wird, ist die Prognose – sofern es sich um einen einzelnen Abszess handelt – gut. Bei entsprechender Therapie kommt es meist zu einer raschen und komplikationslosen Abheilung. Eine chronische Abszessbildung muss hinsichtlich der Prognose kritischer betrachtet werden.

 

Wo sich überall Abszesse bilden können

Abszesse können sich überall bilden: Auf der Haut, im Gehirn, in der Leber.
Auf der Haut wiederum können sich Abszesse am Kopf, am Rumpf, an den Armen und Beinen, unter den Achseln, im Gesicht, auf dem Rücken aber auch im Anal- und im Intimbereich bilden. Keine Körperstelle ist ausgenommen, sogar in der Mund- oder Nasenhöhle können Abszesse vorkommen.

 

Wenn wiederkehrende Abszesse im Intimbereich vorkommen

Treten Abszesse im Intimbereich häufiger auf, kann das ein Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystem oder beispielsweise auch eine Diabeteserkrankung sein. Wiederkehrende Abszesse im Intimbereich sprechen aber auch für eine andere schwerwiegende Diagnose, die jedoch leider viel zu häufig übersehen wird: Akne inversa (hidradenitis suppurativa). Denn diese Erkrankung ist, obwohl mindestens ein Prozent der Bevölkerung darunter leidet, leider noch weitgehend unbekannt.

Bilden sich wiederkehrende Abszesse im Intimbereich oder treten Abszesse und Fisteln hauptsächlich im Scham- und Leistenbereich, dem Damm, dem Perianalen Bereich sowie in anderen Hautfalten, wie beispielsweise den Achseln auf, dann besteht der Verdacht, dass der Betroffene an Akne inversa / Hidradenitis suppurativa leidet. Kaum eine andere Hauterkrankung schränkt die Lebensqualität so stark ein wie die Akne inversa. Da die Erkrankung so wenig Beachtung findet, vergehen durchschnittlich 12 Jahre Leidenszeit bis zur korrekten Diagnose.

Im Gegensatz zu einzelnen Abszessen, die eine gute Prognose haben, ist Akne inversa jedoch bislang unheilbar. D.h. entsprechende Therapien können lediglich zu einer Symptomlinderung beitragen. Die gute Nachricht aber ist, dass in den letzten Monaten eine Reihe von Therapien zugelassen wurden, die zu einer solchen Symptomlinderung führen können.

 

Was kann man tun bei wiederkehrenden Abszessen im Intimbereich?

Patienten berichten immer wieder davon, dass ihr Umfeld, aber durchaus auch Ärzte und Pflegepersonal, die mit der Erkrankung Akne inversa nicht vertraut sind, mangelnde Hygiene für die wiederkehrenden Abszesse im Intimbereich verantwortlich machen. Solche medizinisch unsinnigen und verletzenden Vorurteile sind absolut kontraproduktiv, belasten massiv und können durch zusätzliche Hautreizungen aufgrund übertriebener Hygienemaßnahmen sogar zu einer Verschlimmerung der Erkrankung beitragen.

Die oft ausgesprochene Empfehlung auf eine gesunde Ernährung zu achten, um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken und zu eng anliegender und scheuernder Unterwäsche zu meiden, kann ich im Gegensatz dazu jedoch unterstützen. Auch Rauchen und Übergewicht wird mit der Entstehung von Akne inversa in Verbindung gebracht, so dass sich hier ebenfalls Ansatzpunkte ergeben, was Betroffene selbst tun können.

Bei wiederkehrenden Abszessen im Intimbereich sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, der sich mit Abszessen und insbesondere auch mit Akne inversa gut auskennt. Wenn bei einem Abszess nicht nur die typischen Entzündungssymptome auftreten, die ein Abszess hervorruft, sondern auch Fieber, Schüttelfrost oder andere Krankheitszeichen, sollte der Betroffene schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Ist ein rötlicher Streifen auf der Haut zu sehen, der seinen Ursprung im Abszess hat, kann dies auf eine Blutbergiftung hinweisen. Auch dann müssen Sie schleunigst eine Praxis oder ein Krankenhaus aufsuchen!

 

Darf man wiederkehrende Abszesse im Intimbereich ausdrücken?

Auf gar keinen Fall sollten Sie selbstständig an einem Abszess oder an wiederkehrenden Abszess im Intimbereich manipulieren. Sie dürfen keinesfalls versuchen, den Abszess auszudrücken. Die Gefahr, dass sich der Abszess nicht an der Hautoberfläche sondern in das umliegende Gewebe eröffnet, ist viel zu groß. Die Gefahr, dass dann die Keime im Eiter ins Gewebe oder gar in die Blutbahn gelangen ist sehr groß. Das führt dann zu einer Ausweitung der Entzündung und kann im schlimmsten Fall sogar zu einer hochgefährlichen Blutvergiftung führen. Auch eine Eröffnung von Abszessen durch spitze oder scharfe Gegenstände darf keinesfalls selbst erfolgen. Nur ein Arzt darf unter Beachtung strenger Hygienemaßnahmen Abszesse eröffnen.

 

Behandlungsoptionen

Die Behandlungsoptionen von Akne inversa habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben: Die Details zu den Behandlungsoptionen ebenso wie zu den Schweregraden der Akne inversa finden Sie hier. In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie auch mehr zum Leidensweg der Patienten mit Akne inversa sowie den Ursachen der Erkrankung.

 

Akne inversa Spezialsprechstunde

Mehr zur Akne inversa Spezialsprechstunde finden Sie hier.

 

 

 

Unsere Abszess-Sprechstunde / Akne inversa-Sprechstunde Rhein-Main/ Mainz/ Wiesbaden ist auch gut erreichbar für Patienten aus Alzey, Aschaffenburg, Bad Camberg, Bad Kreuznach, Bad Schwalbach, Bad Homburg, Bad Sobernheim, Bad Soden, Bad Vilbel, Bamberg, Bingen, Bischofsheim, Bitburg, Bonn, Darmstadt, Dieburg, Dreieich, Eltville, Erfurt, Eschborn, Frankenthal, Frankfurt a.M., Friedrichsdorf, Fulda, Groß-Gerau, Grünstadt, Hanau, Hattersheim, Heidelberg, Heilbronn, Heppenheim, Hessen, Heusenstamm, Hofheim, Homburg/Saar, Hunsrück, Idar-Obertein, Idstein, Ingelheim, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kassel, Kelkheim, Kirchheimbolanden, Kirn, Koblenz, Köln, Königstein, Kronberg, Limburg, Ludwigsburg, Ludwigshafen, Luxembourg, Mannheim, Mainz-Kastel, Marburg, Mayen, Metz, Moselle, Neuwied, Niedernhausen, Nieder-Olm, Oberursel, Odenwald, Offenbach, Oppenheim, Pfalz, Pforzheim, Pfungstadt, Rheingau, Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, Rhein-Main, Rüdesheim, Saarbrücken, Saarland, Saarlouis, Seeheim-Jugenheim, Seligenstadt, Siegen, Simmern, Strasbourg, Stuttgart, Thüringen, Taunus, Taunusstein, Trier, Weinheim, Westpfalz, Wiesbaden, Wetzlar, Worms, Wörrstadt, Würzburg, Zweibrücken.