Symbolbild Filmbösewicht

Film und Fernsehen tragen zur Stigmatisierung von Patienten mit Hauterkrankungen bei

Hoher Leidensdruck bei Hauterkrankungen

Hauterkrankungen oder kosmetisch unerwünschte Hautveränderungen resultieren oft in einem hohen Leidensdruck der Betroffenen. Das hat nicht nur mit der Eigenwahrnehmung sondern oft auch mit der gesellschaftlichen Stigmatisierung zu tun, die mit Hauterkrankungen einher geht.

 

Wissenschaftliche Studie vergleicht dermatologische Auffälligkeiten bei Film-Bösewichten und -Helden

Eine Studie der University of Texas weist nun nach, dass Filme an dieser Stigmatisierung wohl nicht unschuldig sind. Die Forscher wollten herausfinden, inwieweit die Darstellung von Bösewichten in Filmen mit einer dermatologischen Auffälligkeit einher geht. Dazu wurden die zehn wichtigsten Schurken und die zehn wichtigsten Helden der amerikanischen Filmgeschichte, basierend auf der „100 Greatest Heroes and Villains List“ des American Film Institutes (AFI) begutachtet. Die Ergebnisse waren sehr augenfällig.

 

60 % der Filmbösewichte wurden durch dermatologische Auffälligkeiten markiert

60% der filmgeschichtlich wichtigsten Bösewichte waren dermatologisch auffällig. Die Auffälligkeiten mit denen in den Filmen das Böse gekennzeichnet wurde, reichten von dicken Warzen über tiefe Falten und entstellende Narben im Gesicht bis hin zu Fehlpigmentierung, Albinismus und Kahlköpfigkeit.

Wer sich an die Filmszene erinnert, in der Darth Vader ohne Maske zu sehen ist oder wer Schneewittchens Stiefmutter aus dem Disney-Film vor Augen hat, bekommt eine Vorstellung davon, wie in Filmen versucht wird Bösewichte von vornherein durch ihr Aussehen zu markieren.

Ein schlechter Charakter wird in ein hässliches Äußeres gekleidet, um so den Gegensatz von Gut und Böse auch in die Entgegensetzung von Schönem und Hässlichem zu verdeutlichen. Gerade gut sichtbare Hauterkrankungen eignen sich gut für einen solchen dramaturgischen Kniff.

Das dermatologische Stigmatisieren von Filmcharakteren speist sich aus bestehenden Vorurteilen und verstärkt diese.

Ein dramatisches Beispiel sind Albinismus und Pigmentstörungen der Haut: Zwischen 1960 und 2006 wurden in insgesamt 68 Filmen, der Schurke als Albino dargestellt. Wer beispielsweise „The Da Vinci Code“ oder „The Exorcist“ gesehen hat, wird sich daran erinnern.

 

Dagegen keine einzige dermatologische Auffälligkeit bei den Filmhelden

Parallel wurden auffällige dermatologische Befunde bei wichtigen Spielfilmhelden erhoben. Die Quote lag bei Null. In zwei Fällen waren einzelne, kaum zu erkennende, dünne und kurze Narben vorhanden. Diese spielten jedoch keine dramaturgische Rolle sondern waren echte Narben der Schauspieler.

 

Aufklärung über Hauterkrankungen ist wichtig

Solche Studien zeigen wie wichtig es ist, über Hauterkrankungen aufzuklären und einer gesellschaftlichen Stigmatisierung entgegenzuwirken. Ein Beispiel, wie dies gelingen kann, ist die gemeinsame Schuppenflechte-Kampagne von Hautärzten und Patienten „Bitte berühren“, die bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.